Fußballplatz Triosdorf - Bergheim

Das Konzept

Der Anstoss:

"In meiner Nachbarschaft gibt es einen Fußballplatz, der sich ständig verändert. Im Winter ein Aschenplatz, im Sommer eine Blumenwiese. Bei Rhein-Hochwasser sieht man nur noch die Tore. Einfach schön. Das war der Anstoss. Dazu kommt bei uns die notwendige Portion "Fußballgen" und die Lust an Kunst und am Reisen."

Die Fotografie:

"Beschäftigt uns seit langem. Sportfotografie interessiert uns weniger. Die jeweilige Landschaft, die Architektur oder eine bizarre Atmosphäre - das ist klassische Konzeptfotografie. Der Fußballplatz ist die Klammer für Spurensuche, Dokumentation, Fotoroman oder auch Reisereportage. Stilistisch ist uns das Verhältnis zwischen Detail und Totale wichtig. Ansonsten: Naturalismus - immer möglichst nah an der Wirklichkeit."

Die Kultur:

"Der Dorfplatz und die vom Abriss bedrohte Holztribüne ist ein weltumspannendes kulturelles Phänomen. Für uns ist dieses Phänomen reizvoller als eine WM-Arena. In jeder Hinsicht. Die Allianz-Arena ist eben nur die Allianz-Arena. In einem Oberliga-Stadion aber sieht man jenseits der Tore Schornsteine, Weinberge oder triste Häuserblocks - also Kulturlandschaften. Wir dokumentieren Regionen, Jahreszeiten, das Selbstverständnis eines Vereins und seiner Fans. Und nicht zuletzt die "Architektur im Kleinen" und oft auch Vergänglichkeit:"Wie sah der Platz wohl 1953 aus?" Oder: Wie ist ein Platz im letzten Jahrhundert "gebaut" worden und was hat sich da verändert, wenn man sich einen Platz aus dem Jahr 2007 anschaut."

Die Ästhetik:

"Unser ästhetisches Konzept ist die "gemeinsame Klammer" Fußballplatz mit seinen standardisierten Requisiten. Das Tor, ein Sitzplatz oder eine Eckfahne sind schon ästhetisch genug. Ästhetisch ist auch das Fotografieren selbst: Manche Plätze strahlen Geschichte aus, andere nur eine unglaubliche Ruhe (vor dem Sturm) oder Morbides. Das hat schon was."

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vfb remscheid Menschen und Geschichte:

"Natürlich könnte unser Konzept als nostalgisch missverstanden werden. Aber: Auch heute gibt es die Freundin des Torwarts, die in der Halbzeitpause Apfelkuchen verkauft. Die Kinder, die von Oma und Opa mitgenommen werden zum sonntäglichen Spitzenspiel des Landesligisten. Die Handelsgold rauchenden Rentner, die lautstark jede Spielszene seit 50 Jahren kommentieren. Fußball vor 250 Zuschauern kann trostlos sein oder aber - beim dörflichen Lokalderby - ein gesellschaftliches Großereignis. Und es soll Menschen geben, denen ein Spiel auf dem "Hünting" oder in Köln-Höhenberg mehr gibt als eine Championsleague-Partie in der Allianz-Arena..."

Das Internet:

"Gehört zum Konzept. www.fussball-landschaft.de ist als longrunner gedacht. Eine Selektion der Fotografien soll aber auch im Original wirken. Ausstellungen sind durchaus beabsichtigt. Natürlich ist fussball-landschaft ein Nischenprodukt. Kein reines Kunstprodukt, schon gar keine groundhopping-Seite, aber auch nicht bloße Fußballkultur im Sinne von Popkultur. Irgendwo zwischen "11 Freunde" und dem "Haus der Geschichte". Da wollen wir hin."